Montag , 28 Mai 2018
Traumhaus in der Provence anschauen

Glasklar Antibes!

Antibes mal anders !

Besuch der alten Hafenstadt

Wer die Hafenstadt Antibes besucht, der kommt um das Touristenflair nicht herum. Die Stadt ist jung und alt zugleich und stets von einer leichten Brise umgeben. Schon Matisse, Picasso, Chagall und viele andere liebten die Côte d’Azur wegen des Lichts und der mediterranen Lebensart. In Antibes geniesst man nicht nur das schöne Blau, sondern darf sich auch auf eine der ältesten Städte an der Côte d’Azur freuen ! Es waren die Griechen, die hier 340 vor Christus die Stadt „Antipolis“ – die „Stadt gegenüber“ von Nizza gründeten und sie als kleine Handelsstadt führten. Später kamen dann Römer und bauten die Stadt bedeutend aus. Ganz klar: zuerst bewundert man den Port Vauban, einen der ältesten Yachthäfen Europas. Sagenhafte Luxusyachten mit auffälligen, oft unbekannten Flaggen  buhlen um die Gunst ihrer Bewunderer. Während im leichten Wind die Sonne auf die Steine des Hafens prallt, summen die Masten der Luxusboote am „Quai des Milliardaires“ immer das gleiche Lied . Weit entfernt sieht man im Oktober schon und im April noch die Schneegipfel der Alpen. Die imposante 8m hohe Buchstaben Skulptur „Nomade“ wurde 2010 von dem Spanier Jaume Plensa an der Spitze der alten Stadtmauer aufgestellt, direkt face à face dem Mittelmeer. Hier geniesst man einen Traumblick auf die Bucht von Cannes und kann  Gedanken so richtig freien Lauf lassen.Antibes_ Hafen_invitart

Das alles stimmt uns ein, die Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht weniger imposant als der Hafen ist das Fort Carré, die fast komplett erhaltene, denkmalgeschützte Stadtmauer. Sie ummantelt historisch und kraftvoll den alten Stadtkern  mit seinen Lädchen und dem berühmten provenzalischen Markt am Cours Massena. Dieser Markt verströmt mit Kräutern , Obst , Gemüse, Gewürzen, Blumen, Baguette & Co. alle typischen Düfte der Provence und lässt die Herzen aller Frankreich Fans aus der ganzen Welt höher schlagen.  Das Picasso Museum im Grimaldi Schloss ist mehr als sehenswert! Hier schuf Picasso lebensfrohe Figuren. 1949 richtete ihm Antibes ein eigenes Museum ein. Als Dank schenkte der Meister Picasso der Stadt viele Zeichnungen und Malereien zum Thema „Lebensfreude“. Wer dann noch Lust zum Lachen hat, der geht nur ein paar Schritte zu dem Musée Peynet mit seinen berühmten Zeichnungen und Liebes Karikaturen, die nach Georges BrassensLes amoureux des bancs publics“ entstanden sind.

Das Glas  des Monsieur Gallas

Es ist einfach wunderschön durch die alten Gässchen zu laufen besonders donnerstags und samstags, wenn Brocante und Markttag ist. Die schmalen Strassen beherbergen schöne Geschäfte, Restaurants und Ateliers . Rein zufällig finde ich unscheinbar und versteckt eine kleine Werkstatt im Picasso – und Mittelmeerdunst in der 11, Rue de la Touraque.
Bonjour Monsieur ! Bernard Gallas ist „Souffleur de Verre„. Sein Métier ist die über tausendjährige Handwerkskunst der Glasbläserei. Dieses Handwerk der Glasbläserkunst hat Monsieur Gallas in fünfjähriger Ausbildung an der renommierten l’École du Verre des Feuillantes in Paris  gelernt. Im sonnigen Süden arbeitet es sich etwas anders und deshalb kam Monsieur Gallas mit seiner Frau Gislaine 1981 aus der Metropole Paris in die alte Hafenstadt Antibes und eröffnete mitten in der Altstadt sein Atelier. Gislaine repariert Kaltglas verre à froid, während Bernard mit 1400 Grad, viel Geschick und Handwerkskunst Warmglas , verre à chaud, zum Schmelzen bringt. Ein paar Fachvokabeln können doch nicht schaden, non?

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Bernard Gallas und Ute Gerhards

Scherben bringen Glück !

Das findet man in der Werkstatt von Bernard neben den „baguettes à verre“, den Glasstäben  für die Industrie und zerbrochenem Glas aus der ganzen Welt: buntes Murano aus Italien, wertvolle Barometer aus Schweden, schwere Glasleuchter aus Monacos Nobelherbergen, Kristallgläser von Daum, Lalique, St.Louis oder Baccarat, schöne Kunstobjekte von Gallé, Karaffen aus Deutschland. „Glas ist zerbrechlich, diese wertvolle Lalique Vase brachte mit jemand von einer Yacht. Sie hat die Seereise nicht überstanden“ , sagt Bernard. Für ihn sind wertvolle Stücke kein Problem, denn die Glasrestauration ist seine Leidenschaft. Er schafft es Glas in jeder Farbe wieder funkelnd strahlen zu lassen und findet für das kleinste Stück eine Lösung. Dafür hat er in seinem Atelier das passende Handwerkszeug, Öfen, Schneide-und Schleifmaschinen. So richtig kompliziert wird es erst, wenn für die Industrie massgefertigte, messgenaue Geräte gezeichnet und gefertig werden. Als „Souffleur de verre“ ist Monsieur Gallas weit über Frankreichs Grenzen bekannt.

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Herz aus Glas

Ein Herz aus Glas 

…ist herzallerliebst! In der  Glas Werkstatt in der rue des Tourraque gibt eine geheime Schublade. Wenn Bernard Gallas sie öffnet, dann funkeln seine Augen mindestens so wie sein knallbuntes Glas darin. Es sind seine Glasanhänger, le pendentif  en verre, ein Glücksbringer und Souvenir, ein jedes verleiht dem Glas Würde und Schönheit!

Wer jetzt Lust bekommen hat in Antibes nach der  Altstadt – Museum – Hafen –  Tour  Monsieur Gallas kennenzulernen, der ist hier genau richtig:
Verrerie GALLAS 11, rue de la Tourraque 06600 Antibes  Tél:+33 493348746   verrerie.gallas@orange.fr“

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