Freitag , 20 Oktober 2017
Traumhaus in der Provence anschauen

Oliven , grünes Gold aus Frankreich

Olivenernte ist eine Kunst für sich

Oliven von der Domaine LA ROYRIE in Grasse Frankreich

„Olivenöl muss man wie Wein verkosten“, so schreiben Monique und Lionel Brault es in ihrem Buch „L’Oléologie déguster l’huile d’olive comme le vin“. 41lxm9xXIdL._SX363_BO1,204,203,200_-1Wie man das macht, erlernt man in der Domaine La Royrie! Monique und Lionel haben dort die erste „Olivenschule“, die École de dégustation d’huile d’olive, eröffnet und bieten bei einem Besuch eine einmalige Erfahrung rund um die Olive und ihren Baum. Wer jemals feines Olivenöl genossen hat, der weiß, wovon die Rede ist und kann auf dieses Verwöhnprogramm für Gaumen, Nase und Gesundheit nicht mehr verzichten. Der Baum des Lebens ist noch heute fester Bestandteil des Landschaftsbildes in der Provence.

Den Griechen sei Dank

Den Reichtum des „flüssigen Goldes“ sollen  phönizische Seefahrer nach Frankreich gebracht haben, und seit sehr langer Zeit widmet sich auch die Domaine de La Royrie dem Olivenöl und hält dabei an alten Traditionen fest. Gegründet wurde diese Domaine im 15. Jahrhundert von den Mönchen der Abtei der Insel Lérins, die schon damals ein Olivenöl „grand cru“ produzierten. Später gehörte dem letzten provenzalischen König René die Domaine, die daher auch ihren Namen „La Royrie“ trägt. Noch heute bilden die alten Steinmauern von damals die Ebenen für die rund 250 Olivenbäume, die hier seit mehreren Jahrhunderten gedeihen. Wie bei guten Weinen, spielt im Olivenanbau die Bodenbeschaffenheit eine große Rolle. Die Lage der La Royrie ist idyllisch: Sie liegt auf 400 Meter Meereshöhe zwischen Grasse und Cabris, südlich dem Meer ausgerichtet, östlich geschützt vor Winden durch die Voralpen und westlich durch die kleinen Hügel La Stramousse. Im Hintergrund der La Royrie brilliert die malerische Kulisse der Stadt Grasse.

Der Olivenanbau war den Braults nicht in die Wiege gelegt. Das Ehepaar war das Großstadtleben aus Paris gewohnt und suchte ein ländliches Haus in der Provence. Als es mit Immobilienmaklern das Anwesen in Grasse besichtigte, fühlte es die Liebe auf den ersten Blick und erwarb die Domaine La Royrie mit 2 Hektar vernachlässigtem Olivenhain.  Der Anfang war nicht leicht: Lionel war es gewohnt, als Manager Krawatten zu tragen, und Monique arbeitete als Psychologieprofessorin und Beraterin für die UNESCO.  Und dann wollten sie Olivenölproduzenten in Grasse werden? Die Agrargenossenschaft in Nizza nahmen die Pariser Autodidakten ernst. Viele Wochen erlernten die Braults die Geheimnisse der Kunst des Olivenanbaus bei ihrem „Olivenflüsterer“, einem alten und erfahrenen Olivenbauer im Hinterland von Nizza. Die Olivenbäume wurden geschnitten und fachmännisch versorgt. Monique und Lionel entwickelten ihre eigene Olivenkultur, und jedes Jahr wuchs die Motivation, um die Qualität ihres Olivenöls immer weiter zu verfeinern.

Schließlich wurden  die Mühen ihrer Arbeit belohnt: In Paris beim Concours Général Agricole erhielt die Domaine La Royrie eine Goldmedaille in den vergangenen Jahren als Beweis für die ausgezeichnete Qualität ihres Olivenöls AOC! Die 1000 Liter Jahresproduktion wird den Braults aus den Händen gerissen. Ihre Kunden bestellen Öl und köstliche Aufstriche über Die Internetseite der La Royerie oder  kommen aus Monaco, St Tropez, Cannes und vergnügen sich gerne einen Tag auf dem wunderbaren Anwesen in Grasse.

Hier werden Olivenbäume gekämmt, nicht geschüttelt

Was für ein Olivenöl machen Monique und Lionel ? Es gibt zwei verschiedene Sorten, die getrennt geerntet werden: Das 2011 prämierte Öl „Fruité vert“ , ist sehr mild und hat die Aromen von Artischocken, frischen Mandeln und geschnittenen Kräutern. Es wird Anfang November als Frühernte bei vollem Sonnenschein geerntet. Für nur 1 Liter Öl braucht man 7 kg Oliven, also ungefähr 7000 einzelne Oliven, die mit der Hand gepflückt werden.Oliven_ Frankreich_Invitart 16
Das elegante „Fruité mûr“ ist ein fantastisches, weiches Olivenöl, und man schmeckt die Aromen von Artischocke, Walnuss, Mandel und Avocado. Die reifen dunklen Oliven werden Anfang Januar geerntet. Bis zur Verkostung des goldgelben Olivenöls müssen viele Arbeitsschritte vom Olivenhain bis zur Mühle fehlerfrei ablaufen. Oliven müssen weich fallen, deshalb werden feinmaschige Netze unter den Bäumen ausgebreitet. Danach kommen sie in Kisten und werden sofort zur Ölmühle gebracht, wo Monique als Erste ihre Oliven mahlen lässt – nur so erhält sie hundertprozentig die Pressung ihrer eigenen Ernte mit dem Label „Bio“. An freiwilligen Helfern mangelt es in der La Royrie nicht: Seit mehreren Jahren kommen junge Leute aus der ganzen Welt über das WWOOF (World Wiede Opportunstes on Organic Farms) Projekt, dem die Braults angeschlossen sind. Dabei ist die Abmachung immer gleich: Arbeitskraft gegen Natur- und Gemeinschaftserlebnis, bei freier Kost und Logis.

Starten wir zum guten Schluss mit Monique und Lionel eine kleine Expedition durch den Olivenhain, der von einem sagenhaften Naturparadies umgeben ist. Seltene Vögel wie der Steinkauz finden ihre Nistplätze in alten Lindenblütenbäumen oder riesigen Feigenbäumen.Schlangen, Kröten und viele andere Tiere finden Unter-schlupf in der alten Steinmauer aus dem 15.Jahrhundert. Der Gemüse- und Kräutergarten, ein alter Brunnen, kleine Steinhütten aus vergangenen Zeiten aber vor allem die hundertjährigen Olivenbäume erzählen ihre eigene Geschichte.

Im historischen Herzstück von Grasse, auf dem Place aux Aires, findet ihr die Boutique mit selbst gemachten Köstlichkeiten aus der Domaine de La Royrie, auch zum Probieren: Feigenpüree, Rosmarinsirup, Kürbiskonfitüre … Aber diese Boutique ist nicht nur ein Verkaufsraum, sondern auch Treffpunkt für alle Kenner des guten Geschmackes und rund um die Olivenkunst.

Lionel und Monique Brault freuen sich immer auf  euren Besuch und sie zeigen mit Herzblut den kulturellen, olfaktorischen und degustativen Reichtum in der Domaine de La Royrie:
88 chemin des Hautes Ribes, 06130 Grasse
Tel:+33(0)4 93 36 83 71 oder Email: braultmonique@gmail.com

One comment

  1. Klssse .. das Gaumenöl schlechthin!

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