Freitag , 15 Dezember 2017
Traumhaus in der Provence anschauen

Trüffel aus der Provence !

Provence, Trüffel und nette Menschen

Die beste Zeit für Trüffel ist jetzt!

„Um sie zu finden muss man nicht ins weit entfernte Périgord“, das sagen jedenfalls Jean-Claude und Max, die beiden Trüffeljäger in der Provence aus Puget-Theniers.

Wenn sich Ende Oktober nach der Weinlese die herbstlichen Nebel an die Hügel schmiegen, dann können die Trüffel kommen…Genau wissen das noch nicht einmal die Trüffeljäger!

Auf jeden Fall bestätigen sie die Regel, dass nach einem schlechten Weinjahr ein gutes Trüffeljahr folgt. Von November bis März verströmen die kleinen, unscheinbaren schwarzen Knollen ihr würziges Trüffelaroma. Jean-Claude und Max sind in ihrer Freizeit ‚trufficulteure‘,Trüffelsammler.

Vor über 20 Jahren haben sie ihren Eichen Dschungel auf 6000qm angelegt, in voller Hoffnung auf Trüffel! Wer Geduld hat, kann das auch wagen, bitte sehr: In jedem Gartenmarkt kann man die ‚Truffière‘ , das ist die Eiche unter der sich Trüffel vermehren, erwerben. Mit viel Glück wachsen dann nach 6-7 Jahren an ihren Wurzeln symbiotisch diese wertvollen Schlauchpilze in ca 30-60 cm Bodentiefe.

Was braucht man ausserdem? Einen feuchtwarmen Sommer, einen frostfreien Boden, eine Temperatur von 10 Grad wäre ideal, einen Hund der seinen Geruchssinn auf Trüffel trainiert hat, oder ein Trüffelschwein! Man sollte wissen, dass der Geruch der Trüffelpilze dem eines Ebers ähnelt. Und so sucht die Sau dort wo die Trüffel liegen nach einem feurigen Keiler. Da eine Sau aber schwer zu transportieren ist und die gefundene Trüffel viel lieber selbst frisst, ist sie eher ungeeignet. Mit gezieltem Training kann man sich den Geruchsinn der Hunde für die Trüffelsuche zunutze machen. Sie lernen, dass mit dem Duft der Pilze stets auch immer eine Leckerei verbunden ist.

Uns begleiten Oly und Gamatte!

Nach dem ausgiebigen Frühstück beginnt unser Arbeitstag: Den Rucksack gepackt mit Papier und Schraubenzieher, um damit eine gefundene Trüffel fachmännisch auszubuddeln. Ein Messer oder ähnliches Werkzeug könnte die Trüffel beim Graben beschädigen, sagt Jean-Claude. Viele Hundeleckerlis haben wir dabei, sonst verlieren die Vierbeiner schnell die Lust an der Suche. Eines ist also klar: Ohne Hund, keine Trüffel! „Cherche, cherche“, ruft Max  Gamatte und Oly zu, um die Trüffelsuche zu starten. Egal ob Tier oder Mensch: Sämtliche Sinne sind jetzt in Alarmbereitschaft! Schon bald beginnt Oly unter einer Eiche zu graben. Jean-Claude kommt dem kleinen Dackel zu Hilfe, überprüft den Geruch der Erde und weiß sofort: Da unten im Dunkeln der Erde liegt eine Trüffel! Wir haben in vier Stunden fast dreihundert Gramm Trüffel gefunden, Dank den guten Nasen von Oly und Gamatte!
Die schwarze Trüffel heisst Tuber Melanosporum und ist ein Symbol für diese Region im Departement Alpes-Maritimes. Tuber Melanosporum hat seine Zunft auf Trüffelmärkten, wo Touristen, Gourmets, Meisterköche und Neugierige sich alljährlich zusammenfinden. Auch unser Schnüffelquartett Jean-Claude und Max sind mit ihren Vierbeinern auf dem Trüffelmarkt in Villeneuve Loubet, in der Bastide St.Antoine in Grasse, in le Rouret, Gréolières les Neiges oder in Puget-Theniers, um ihre frischen Trüffel zu verkaufen oder das Trüffelhund Training zu demonstrieren. Sie tragen dann ihre traditionelle Tracht der Rabassier(das provenzalische Wort für den Trüffelsammler)und stellen ihre Trüffelsammler Association vor. Dieser Verband prüft und garantiert stetig die Frische und Qualität der Anbieter auf den provenzalischen Märkten.Dort kann man sich wirklich genüsslich den Trüffelgeschmack in unterschiedlicher Form und auch seinen Preis auf der Zunge zergehen lassen!

1 g frische Trüffel kosten ca.1 Euro. Eine Trüffel sollte immer so schnell wie möglich verzehrt werden. In einem geschlossen Gefäß ist sie im Kühlschrank ungefähr 10 Tage haltbar. Trüffeljäger Max und Jean-Claude mögen ihre Trüffel am liebsten ganz frisch geraspelt auf einem frisch gerösteten Toast, darüber 3 Tropfen Olivenöl und Fleur de Sel. Lecker schmecken sie auch in Nudeln, Risotto, Omelette oder mit Huhn.

Max verrät mir sein kleines, feines Geheimrezept: Du teilst einen schönen Brie in der Mitte durch, legst die Trüffelscheiben in den Käse, setzt ihn wieder  zusammen und lagerst das 1-2 Tage im Kühlschrank. Mmmh, mit einem Gläschen Porto oder einem guten Rotwein, einfach köstlich!

Wo geraspelt wird, da fallen auch Trüffel! Deshalb besuche ich jedes Jahr am zweiten Wochenende im Januar den Trüffelmarkt in der Bastide Saint Antoine in Grasse, wo Küchenchef Jacques Chibois die Trüffel in facettenreicher Küchenkunst vorstellt. Eine Woche später findet der Trüffelmarkt im Nachbardorf Le Rouret statt. Die Welt der Düfte ist ja eng mit dem Geschmacksinn gekoppelt! Zum Aufwärmen gibt es eine heiße Schokolade mit Trüffelstückchen, für den kleinen Hunger die bekannte Brouillade, Rührei mit Trüffel.

Eine Frage bleibt noch: Ist es wahr, dass Trüffel eine aphrodisierende Wirkung haben?
A très bientôt auf dem Marché de la Truffe !

4 comments

  1. Ein sehr informativer und liebevoller Artikel. Man spürt , wie Bodenständigkeit und Genuss Händchen halten und einem beim Lesen ein erdiger Geruch förmlich in die Nase steigt.

    Vielen Dank für den kleinen Ausflug ins Land der Trüffel!!

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